Presse

26.3.20 Singen erhält Spenden für das Projekt „Mamas stärken Mamas“

22.7.20 Lions Club hält an Spende fest trotz Absage von Nightgroove

Club-Präsidentin Sandra Rieger-Tränkle (Bildmitte) und Heimke Kastner (Zweite von links) überreichen die Spenden an ­Alexandra Willmann (von links) vom „Bunten Kreis“ sowie ­Hildegard Steinberger-Heitner und Ina Schmitz von „Frauen helfen Frauen“. Fotos: Wolf Foto: Schwarzwälder Bote

Villingen-Schwenningen. Am Ende überwiegt die Freude: Obwohl der Lions-Club Villingen-Schwenningen Mitte das Kneipen- und Musikfestival Nightgroove zusammen mit Veranstalter Michael Barkhausen für April schweren Herzens absagen musste, konnte der Club jetzt zwei Spenden an gemeinnützige Einrichtungen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis überreichen.

„Alle Sponsoren des Nightgroove haben an ihrer Spende festgehalten“, erklärte Club-Präsidentin Sandra Rieger-Tränkle bei der Spendenübergabe in der Villinger Innenstadt. Für dieses besondere Engagement gebühre den Sponsoren großer Dank und Anerkennung. Zugleich dankte sie den Vertreterinnen der beiden Vereine für ihr ehrenamtliches Engagement für Frauen, Kinder und Familien in Ausnahmesituationen. „Sie leisten eine tolle Arbeit, die größten Respekt verdient“, so Sandra Rieger-Tränkle.

Jeweils 1450 Euro gingen an die Vereine „Frauen helfen Frauen“ und „Bunter Kreis“, für die die Zuwendungen in der aktuellen Situation besonders wertvoll sind.

„Wir können das Geld sehr gut gebrauchen“, sagte Hildegard Steinberger-Heitner vom Vorstand „Frauen helfen Frauen“. Seit die Corona-Auflagen gelockert wurden, sei das Frauenhaus voll.

„Oft benötigen wir Geld für spontane Besorgungen für die Frauen, für die Unterstützung bei Umzügen oder für die Kinder.“ Eine Herausforderung sei es auch, neue ­Unterkünfte für die Frauen zu finden, ergänzte Ina Schmitz, ebenfalls Mitglied des ­Vorstands. Anträge auf ­Fördermittel dauerten. „Bis das beantragte Geld kommt, helfen wir aus“, so Ina Schmitz.

Der „Bunte Kreis – Leben geben“ engagiert sich für Familien mit Frühgeborenen und Kindern mit angeborenen Erkrankungen und begleitet die Familien auf dem Weg von der Rundum-Versorgung in der Klinik ins eigene Zuhause, bietet Hilfe bei der Pflege und medizinischen Versorgung des Kindes daheim, aber auch mentale Unterstützung für die Eltern und Geschwister. Letztere geraten in der neuen, angespannten Familiensituation leicht in den Schatten. Daher ist es Alexandra Willmann ein besonderes Anliegen, die Bedürfnisse der Geschwisterkinder wahrzunehmen.

Die Spende des Lions-Clubs soll vor allem den Geschwistern zukommen – für Treffen mit Gleichgesinnten und Ausflüge. „Zuletzt waren wir gemeinsam klettern“, berichtet die Kinderkrankenschwester, die sich ehrenamtlich im „Bunten Kreis“ engagiert, und ergänzt: „Vor Corona, als es noch möglich war.“

Weitere Informationen: https://lc-vs-mitte.de

27.11.19 Finanzielle Unterstützung

Die Schwenninger Firma Sikla unterstützt das Geschwisterprogramm des Vereins „Bunter Kreis – Leben geben“ aus Villingen-Schwenningen. Sikla-Bereichsleiter Daniel Siotto (rechts) übergibt eine Spende in Höhe von 3000 Euro an Sozialpädagogin Christina Aschenbrenner (von links), Kinderkrankenschwester Ulli Moosmann und den Vereinsvorsitzenden Klaus Strasser.

4.11.19. Gemeinsam beim Taekwondo

Der Verein „Bunter Kreis – Leben geben“ war mit den Geschwistern behinderter Kinder beim Kampfsporttraining. Dort konnte man sich selbst neu kennenlernen.

Schwenningen. Als Geschwister eines Kindes mit Behinderung ist eine Auszeit manchmal bitter nötig. Sich auszupowern und Selbstvertrauen zu tanken kommt im Alltag häufig zu kurz. Das zeigte sich bei einem besonderen Treffen des Bunten Kreises am vergangenen Samstag.

Im VUK Taekwondo Club in Schwenningen erhielt die Geschwistergruppe des Bunten Kreises eine Trainingseinheit von der Deutschen Meisterin Nihal Kucan.

Nach einer Einführung in die Philosophie, die Regeln und die Ausrüstung des koreanischen Kampfsports mussten sich alle Kinder warmlaufen und gut dehnen.

Beim Taekwondo, so die Trainerin, versuche man den Gegner durch Hochkicks mit den Füßen auf Abstand zu halten. Für die spektakulären Tritte mit Drehungen und Schlagkraft aus dem Fuß benötigt man fast alle Muskeln des Körpers und muss seine Technik und sein Gleichgewicht gut trainieren. Die neun Taek-wondo-Novizen im Alter von sieben bis zwölf Jahren probierten verschiedene Kicktechniken gegen Schlagpolster und sogenannte Pratzen aus und begannen, richtig Spaß daran zu finden und auch Dampf abzulassen.

Zurückhaltende Kinder konnten sich hier mal stark und selbstwirksam erleben. Quirlige und Aufmerksamkeit suchende Kinder mussten lernen, ihre Energie konzentriert und gezielt einzusetzen um zu treffen.

Ein großer Spaß am Ende war das Anlegen der Schutzausrüstung für Kämpfe mit einem Gegner. Von Kopf bis Schienbein gepolstert, versuchten die Kinder den Oberkörper des Gegners bei einem Testkampf mit einem gezielten Kick zu treffen.

Quelle: Neckarquelle

6.10.19 Hilfe für kranke Eltern und Kinder

Der Bunte Kreis e.V. leistet wertvolle ehrenamtliche Arbeit und ist Betroffenen so eine große Hilfe. Von Niklas Trautwein

„Wenn werdende Eltern erfahren, dass ihr Kind ein Frühchen oder schwer krank wird, ist das ein Ausnahmezustand, der von jetzt auf nachher eintritt“, erklärt Christina Aschenbrenner, Sozialpädagogin beim Bunten Kreis – Leben Geben. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team, außerdem bestehend aus Kinderkrankenschwestern, einem Kinderarzt und einer Psychologin bietet sie familienorientierte sozialmedizinische Nachsorge für Frühgeborene und schwer kranke Kinder und Jugendliche.

„Das Modell des Bunten Kreises stammt aus Augsburg“, erzählt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Klaus Strasser, Kinderarzt im Ruhestand. 15 Jahre nach der Gründung des Augsburg Modellvereins, wwar ein Bunter Kreis von Professor Dr. Werner Rosendahl in Villingen-Schwenningen gegründet worden.

Heute sitzt der Verein in der Kinderklinik des Schwarzwald-Baar-Klinikums und begleitet Familien in den Kinderkliniken VS und Singen. „Wir kümmern uns nicht nur um VS-Kinder, sondern auch um solche aus den Landkreisen Tuttlingen und Rottweil bis zum Landkreis Konstanz“, erklärt Strasser.

Zwar gebe es bundesweit viele Bunte Kreise, in den ländlichen Strukturen hier, sei der Standort im Zentralbereich jedoch für viele Familien der nächste, so Christina Aschenbrenner. 2018 betreute der Verein 130 Kinder. Bis zum 1. Oktober dieses Jahres, waren es 79. Der Bunte Kreis hat es sich zur Aufgabe gemacht mit den verantwortlichen Ärzten das weitere Vorgehen für die Versorgung der Kinder zu Hause zu planen und zu organisieren sowie Hilfe und Anleitung bei der Versorgung und Pflege des Kindes zu geben. Das stellen regelmäßige Hausbesuche und Telefonate mit den Eltern sicher. „Die Kinderkrankenschwestern und ich haben alle eine Ausbildung im Case Management“, erklärt Aschenbrenner.

Das Vorgehen sei bei jedem Kind einzelfallabhängig. Der Verein wird durch Spenden mitfinanziert und ist gerade in Jahren mit hoher Nachfrage sehr darauf angewiesen. Zwar zahlen manche Krankenkassen über einen kurzen Zeitraum für die stationäre Betreuung, bei einer Betreuung über zwölf Woche und 20 Stunden sowie Hausbesuchen, kommt aber der Verein auf.

Viele der betroffenen Familien sind aber auf diese Hilfe angewiesen. Vor elf Monaten ging es auch Katharina und Johannes Zuckschwerdt aus Schwenningen so. Ihre Tochter Eleonor kam drei Monate zu früh auf die Welt. Diese Zeit musste das Baby getrennt von seiner Mutter in der Brutstation der Kinderklinik verbringen, um zu überleben. „Es war sehr schwierig, das psychisch zu verarbeiten“, erzählt Katharina Zuckschwerdt.

Für ein Elternpaar sei eine solche Situation schwierig. „Auf der Intensivstation sieht man auch Kinder mit ganz anderen Schicksalen“, erzählt ihr Mann Johannes. Um diesen schwer kranken Kindern zu helfen, steht der Bunte Kreis auch in regem Austausch mit den Ärzten der Kinderklinik. „Der Schritt aus der Klinik nach Hause ist ein schwerer Schritt“, weiß die Sozialpädagogin Aschenbrenner.

Der Verein sei ihnen eine große Hilfe gewesen, seine Mitglieder ihnen gezeigt, was sie noch besser machen können, so Johannes Zuckschwerdt: „Das es Elli so gut geht, ist dem Team des Bunten Kreises zu verdanken.“ Der Bunte Kreis e. V. hat mit seinem sozialmedizinischen Angebot die ganze Familie im Blick. Das zeigt sich auch in seinem Programm für gesunde Geschwisterkinder, denen aufgrund des Zustands ihres kleinen Geschwisters weniger Aufmerksamkeit zukommt. „Das Ziel der Nachsorge ist es, dass den Familien trotz Erkrankung ihres Kindes das Leben gut gelingt“, sagt Aschenbrenner.

9.7.19 Strahlende Kinderaugen bei Quadausfahrt

Stolz sitzen die Quadkinder in Schabenhausen auf den Fahrzeugen.
Foto: Chlup
Foto: Schwarzwälder Bote

Niedereschach-Schabenhausen. Rund um Schabenhausen brummten laute Motoren und etliche Male brausten Quads über die Straßen. Was war denn das für ein Korso? Was wird hier nur gefeiert? Der Verein „Bunte Kreis – Leben geben“ veranstaltete in Kooperation mit den „Quadkindern Schwarwald-Baar/Hegau“ einen Nachmittag für die Familien des Geschwisterprojekts „Gemeinsam stark im Bunten Kreis“.

Zehn Familien mit 22 gespannten Kindern trafen sich am Grillplatz in Schabenhausen für ein Sommerfest. Ausfahrten mit Quads waren ihnen versprochen worden. Und was die Organisation rund um Andreas Hofelich und Jens Kölz verspricht, hält sie auch. Um 14.30 Uhr röhrte und vibrierte es und zehn Quads mit Fahrern aus Villingen, Rottweil, Freiburg und Konstanz fuhren im Korso ein. Die ersten mutigen Kinder waren schnell mit den Leihhelmen der Quadkinder und den blauen Warnwesen ausgestattet und schwangen sich selbstbewusst auf die Rücksitze. Nach einer Einweisung und kleinen Proberunde fuhren die Kinder ihre erste Soziusfahrt über Fischbach, Erdmannsweiler und Neuhausen. Bei der Rückkehr konnte man sehen, das Ziel des Tages hatte sich schon jetzt erfüllt: Strahlende Kinderaugen so weit man sehen konnte.

Die ehrenamtlichen Quadfahrer hatten teilweise weite Anreisen auf sich genommen für diese Veranstaltung und waren bereit auch noch viele weitere Touren zu fahren. Die Kinder mit Behinderungen konnten auf einem Quad für drei Personen von den Eltern sicher gehalten werden.

Nach so viel Adrenalin konnten sich alle beim Grillen und dem großen Buffet stärken. Die Eltern konnten sich untereinander austauschen und die Kinder am Spielplatz und im Wald toben.

Von den Quadfahrern erhielten die Kinder eine Urkunde und dürfen sich nach erfolgreich absolvierter Soziusfahrt jetzt Quadkind nennen. Für einige der Kinder hatte sich hier ein Traum erfüllt.

Gemeinsam stark ist ein Angebot des Bunten Kreises Villingen für Geschwister von chronisch kranken oder behinderten Kindern. Unter der Leitung von Andrea Chlup trifft sich die Gruppe monatlich im Fidelisheim.

22.1.19 Geschwister können zu kurz kommen

Geben Geschwistern dringend benötigte Zuwendung (von links): Amely Obergfell und Sebastian Pietsch von Kidi, Andrea Chlup vom Bunten Kreis, Vanessa Noce von Sternschnuppe mit Klaus Peter Karger vom Guckloch.
Foto: Robold
Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Villingen. Der Film ­“Unzertrennlich“, den das Kommunale Kino Guckloch am Sonntagnachmittag zeigte, befasst sich mit der speziellen Lebenssituation von Geschwistern behinderter oder schwerkranker Kinder.

Es wurde deutlich, dass die Geschwister neben dem bedürftigen kranken Kind oft zu kurz kommen. Um die Eltern zu entlasten, verhalten sie sich im Familienalltag unauffällig, oft mit viel Geduld oder übernehmen teilweise sogar die Elternrolle. Kaum eines dieser Kinder kann unbekümmert die Aufmerksamkeit beanspruchen, die es selber benötigt, so der Film.

Der Film als Kooperationsprojekt mit dem Bundesverband Kinderhospiz Lenzkirch und drei hiesigen Institutionen war gut besucht: Im vollen Saal saßen neben allgemein Interessierten auch viel Fachpersonal und sogar einige betroffene Familien und Geschwister. Vanessa Noce (Projektleitung Kinder- und Jugendhospiz Sternschnuppe und Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst), Andrea Chlup (Bunter Kreis – Leben geben) und Sebastian Pietsch (Kidi – häusliche Kinderkranken- und Intensivpflege) als Vertreter der drei anwesenden Institutionen, die sich um Familien mit behinderten oder schwerkranken Kindern kümmern, gaben nach dem Film Erläuterungen zu ihrer Arbeit und stellten sich den Fragen der Zuschauer. Dabei wurde deutlich, dass sie die im Film geschilderte Problematik aus eigener Anschauung kennen. Sie bestätigteten, wie wichtig es ist, diesen im Schatten des kranken Kindes stehenden Geschwistern Aufmerksamkeit und Zuwendung zu geben. Nur eine der Institutionen wird voll von den Kassen bezahlt (Kidi), die anderen sind entweder durch eine Stiftung finanziert (Bunter Kreis) oder großenteils auf Spenden angewiesen (Sternschnuppe und Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst).

26.6.18 Lama-Trekking mit Alois und Co

Die Kinder des Geschwisterprojekts des Bunten Kreises führen die Lamas durch die Landschaft.
Foto: Chlup
Foto: Schwarzwälde Bote

VS-Villingen. „Mama, kann ich Geld kriegen, um das Lama zu kaufen? Ich kriege es für 100 000 Euro, der Strick ist dann schon dabei.“ So begeistert klangen Kinder nach einem Lamatrekking in Bräunlingen, dass sie glatt alles geboten hätten, um diesen Spaß noch zu verlängern.

Es sind Kinder, die mit ihren Familien an einem Ausflugstag des Geschwisterprojekts – Gemeinsam stark – des Bunten Kreises teilnahmen. Die Geländespieler Ralf Moßbrugger und Marcus Ewald hatten auf ihrem Platz in Bräunlingen bereits Spiele aufgebaut und hießen alle Teilnehmer des Familiennachmittags willkommen. Das Besondere für die Kinder war das Lamatrekking mit den Tieren Alois, Emil, Karl und Fridolin. Während ein Teil der Gruppe Gaudi bei den Geländespielen und bei den Streichelziegen hatte, durfte die andere Gruppe die Lamas durch die grüne Landschaft rund um Bräunlingen führen. Vom kleinsten Geschwisterkind bis zu den Eltern hatten alle große Freude am nahen Tierkontakt mit den herzigen Lamas. Manch ein Lama war ganz schön störrisch oder hungrig und musste vom Fressen abgehalten werden, was die Kinder herausforderte, klare Signale und Körpersprache zu senden.

Die Eltern kamen beim Spaziergang miteinander ins Gespräch und konnten sich näher kennen lernen. Anschließend wurde die Grillstelle angeheizt. So konnte der Abend beim gemütlichen Essen und einer Siegerehrung für die Spiele ausklingen.

Unter Leitung von Andrea Chlup treffen sich die Geschwisterkinder einmal monatlich am Samstag im Fidelisheim in Villingen. Teilnehmen dürfen Kinder ab sechs Jahren mit einem behinderten oder chronisch kranken Geschwisterkind. Das Angebot ist kostenfrei.

27.2.18 Geschwister sind hier ganz wichtig

Ein neues Angebot in VS-Villingen wendet sich an Brüder und Schwestern kranker Kinder.

„Gemeinsam stark im Bunten Kreis“ heißt das Programm, das sich an Geschwister kranker Kinder wendet. Bilder: Bunter Kreis | Bild: Bunter Kreis e.V.

Villingen-Schwenningen – Häufig geht es ganz schnell: Nach einer Frühgeburt oder schweren Erkrankung des Kindes verlagert sich das Familienleben in Arztzimmer und Krankenhausstationen. Ungewissheiten, immer neue Diagnosen und Behandlungen werden zu neuen Familienmitgliedern und bringen große Belastungen mit sich. Auch die gesunden Geschwisterkinder müssen die Last der Erkrankung mittragen. Sie machen oft die Erfahrung, sich mit ihren Bedürfnissen hintan stellen zu müssen und sich auf den Tagesablauf des kranken Geschwisters einzustellen.

In Villingen-Schwenningen gibt es für diese Kinder nun ein Angebot durch den Verein Bunter Kreis – Leben geben. Dieser ist offizieller Träger für die familienorientierte sozialmedizinische Nachsorge für Frühgeborene, chronisch kranke Kinder, Jugendliche und ihrer Angehörigen, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Vorsitzende Werner Rosendahl erklärt: „Seit 2008 besteht das Hilfeangebot für Familien mit Frühgeborenen, für Kindern mit angeborenen Fehlbildungen, Stoffwechselstörungen, nach akuten schweren Erkrankungen oder schweren Unfällen. Nun konnte der Verein das Programm „Gemeinsam stark im Bunten Kreis“ initiieren mit dem Ziel, ein beständiges therapeutisches Hilfsangebot für Geschwisterkinder in der Region zu etablieren. Seit Dezember findet samstags einmal im Monat ein Geschwisternachmittag im Fidelisheim in VS-Villingen statt. Die Gruppe der gesunden Geschwisterkinder besteht momentan aus sechs Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren.

Zur Konzeption und Organsiation des Projekts wurde die Diplom-Heilpädagogin Andrea Chlup beim Bunten Kreis angestellt. Sie bringt durch die Tätigkeit in der Nachsorgeklinik Tannheim langjährige Erfahrung in der familienorientierten Beratung und Betreuung mit. Als Unterstützung für die Treffen konnte die Erzieherin Anna Preiser aus Schwenningen gewonnen werden. Dahinter steht ein interdisziplinäres Mitarbeiterteam, um Kindern und ihren Familien in kritischen Phasen umfassende und familienorientierte Hilfe im medizinischen, psychologischen und spirituellen Bereich zu bieten.

An den Gruppennachmittagen können die Kinder sich untereinander in geschützter Umgebung mit ihrer besonderen Situation auseinandersetzen. Belastende Themen haben dabei ebenso Platz wie der Spaß am Miteinander. Manchmal verschmelzen beide Ebenen auch miteinander: „Wenn wir unterwegs sind, werden wir häufig von Leuten angestarrt, weil mein Bruder eine Behinderung hat“, berichtet ein Kind auf die Frage, was sie besonders belastet. Die anderen kennen diese Situation. Gemeinsam werden sie sich schnell einig, dass sie einen „Anti-Glotz-Club“ gründen wollen und unbedingt T-Shirts mit diesem Aufdruck brauchen. Durchweg wird klar: Den Kindern ist es wichtig, mit ihren Bedürfnissen, Ideen und Gefühlen wahrgenommen zu werden. Wichtig ist es den Kindern deshalb auch, dass Spiele nach ihren Regeln gespielt werden: „Jetzt bin ich mal dran und bestimme“, erklärt ein Mädchen.

Ein fester Bestandteil der Treffen sind kleine Inszenierungen zu Geschichten. Das Verkleiden, Kulissengestalten mit Stoffbahnen und in verschiedene Rollen schlüpfen ist für die Kinder das Schönste. Mit rotglühenden Wangen verabschiedet sich ein Mädchen bei Andrea Chlup: „Die Bärenjagd hat so viel Spaß gemacht.“

Das Programm wurde in Anlehnung an das von der Stiftung Familienbande entwickelte Programm „Geschwister chronisch kranker und behinderter Kinder im Fokus“ und dem Programm „Geschwister stärken“ des Geschwister-Netzwerks konzipiert. Die Kosten werden ganz überwiegend durch Spenden der Hildegard-und-Katharine-Hermle-Stiftung getragen. Die Gruppe ist offen für weitere Geschwisterkinder im Alter von sechs bis 16 Jahren.

Quelle: Südkurier